
Und da ist ein Stern vom Himmel gefallen, Ingve Gasoy Romdal spielt Mozart als ob er es wäre. Er ist lebenshungrig, ungebärdig, möchte seinem Genie folgen und doch nichts versäumen, was das Leben ausmacht.
Eine sehr mädchenhafte Caroline Vasicek versucht als Nannerl,
Wolfgangs Schwester, den Bruder zu verstehen, zu vermitteln zwischen Vater und Sohn und daran zu glauben, dass die Familie nicht zerbricht.
Sie bleibt dem Bruder, auch über große Entfernung, verbunden und hofft auf seine Rückkehr in ihr altes Leben.
Ich will Dir von Erzbischof
Colloredo erzählen, gespielt von Thomas Borchert, elegant, machtbesessen, eiskalt. Es ist eine eindrucksvolle Darstellung, wenn er erkennen
muß, wie groß dieses Talent, das mit ihm und seinem Salzburg längst gebrochen hat."Auf Fürstengunst verzichte ich", Mozart befreit sich und
ist ganz anderen Zwängen ausgesetzt.
Ich könnte Dir von einem Ensemble erzählen, das mit Witz und mitreißenden Liedern begeistert, von einem Schikaneder (Oliver Mülich) der voll Esprit ist, von einer Baronin von Waldstätten (Lenneke Willemsen) deren gesungenes Märchen "Gold von den Sternen" einen Höhepunkt darstellt. Und dann hat das Leben und sein Genie Wolfgang ausgeblutet, das "Porzellankind" verkörpert allgegenwärtig für den Zuschauer dieses Genie. Mozart stirbt und mit ihm sein Genie.

Und Colloredo ? In seiner unglaublichen Intensität stellt Thomas Borchert diese Erkenntnis dar, die Macht verbeugt sich vor dem Genie. "Wie wird man seinen Schatten los, wie sagt man seinem Schicksal nein ", damit erreichen uns die letzten Bilder einer Aufführung, die von der farbenprächtigen Ausstattung der Kostüme, dem herrlichen Orchester bis hin zu den Darstellern verzaubert. Und der nicht enden wollende Beifall belohnt alle, die ich vielleicht vergessen habe, zu erwähnen.
Geschrieben von Barbara Berndt